"Deponiefrühstück" erfolgreich durchgeführt

von admin

„Es ist IFAT, es ist Mittwoch, es ist 11.00 Uhr, also ist Deponiefrühstück“. Mit diesen Worten begrüßte der Vorstandsvorsitzende der InwesD und Moderator, Hartmut Haeming, die Teilnehmer der Podiumsdiskussion und die zahlreich erschienenen Gäste zum traditionellen Deponiefrühstück, das in diesem Jahr unter dem Motto „BVT für Deponien – Fluch oder Segen?“ stand.

Der BVT-Prozess für Deponien, der im Herbst 2024 gestartet wurde, wird für die Deponiebranche erstmalig Schlussfolgerungen für Best-Verfügbare-Technologien (BVT) bringen. Die InwesD ist über den von ihr mitgegründeten europäischen Dachverband der Deponiebetreiber, die European Landfill Association (ELA), an diesem Prozess beteiligt.

Ministerialdirigentin Dr. Silke Karcher (BMUKN), Herwart Wilms (FEAD), Benjamin Wiechmann (VCI) und Heijo Scharff (Landfill pro - Deponieberatung) diskutierten Chancen und Risiken des BVT-Prozesses, zumal die BVT-Schlussfolgerungen in der gesamten Europäischen Union in die jeweiligen nationalen Rechtsordnungen umzusetzen sein werden. 

FEAD-Präsident Wilms betonte, dass die FEAD ein Verbot von nicht vorbehandelten organischen Abfällen mittrage und es dabei keinen unfairen Wettbewerb durch uneinheitliche Um- und Durchsetzung geben dürfe. Frau Dr. Silke Karcher sieht den BVT-Prozess als wirksame Möglichkeit, der Deponierung unvorbehandelter Siedlungsabfälle in der EU endlich ein Ende zu setzen. Noch immer deponieren 9 europäische Mitgliedsstaaten mehr als 50% ihrer Siedlungsabfälle. Dies zu beenden und so der Emission klimaschädlichen Methans ein Ende zu setzen, seien „lowest hanging fruits“, so Dr. Karcher. 

Benjamin Wiechmann vom Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI) erklärte dazu, dass heute bereits ein Großteil der Abfälle thermisch vorbehandelt werde und pflichtete dem angestrebten Verbot der Ablagerung organischer Abfälle bei. Alle Diskussionsteilnehmer rechnen bei dem angestrebten Verbot allerdings auch mit Widerständen aus anderen EU-Staaten.

Zum Teil kontrovers wurde das Thema PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) diskutiert. Bereits bei der Auftaktveranstaltung in Sevilla war der Umgang mit PFAS ein zentrales Thema. Heijo Scharff (Landfill pro) zitierte eine dänische Studie, wonach die Produktion eines Kilos PFAS rund 40 EUR koste, 8 EUR Gewinn abwerfe, aber die Gesundheitskosten bei 75 EUR je Kilo und die Kosten für die Eliminierung desselben Kilos aus der Umwelt zwischen 400.000-2 Mio. EUR liegen. Es könne nicht sein, dass die produzierenden Unternehmen hier Gewinne mitnehmen, während zeitgleich durch den Stoff Gesundheitsgefahren bestehen und die enormen Beseitigungskosten sozialisiert würden. Scharff spricht sich deshalb für ein vollständiges PFAS-Verbot aus. 

Benjamin Wiechmann (VCI) sieht dies anders: Beschränkungsverbote könne es nur dort geben, wo es ein Substitut gebe. PFAS seien jedoch in diversen Produkten enthalten und für manche Verwendungen gebe es keinen Ersatz, beispielsweise im Gesundheitsbereich. Einvernehmen bestand aber darin, dass alle Diskussionsteilnehmer im BVT-Prozess Regelungen zu PFAS erwarten.

Einigkeit bestand auch in der Bewertung, dass Deutschland bereits heute im europäischen Vergleich sowohl im Deponierecht wie auch in der Deponietechnik sehr gut aufgestellt sei.

Hartmut Haeming resümierte, dass sich neben vielen anderen Themen wohl Organikverbot und PFAS als zentrale Themen des BVT-Prozesses herauskristallisieren und es letztlich darauf ankommen werde, dass BVT-Schlussfolgerungen auch tatsächlich in den Mitgliedstaaten umgesetzt werden. Nicht zuletzt, damit die „low hanging fruits“ für den Klimaschutz auch tatsächlich geerntet werden können.

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